Am zweiten Sonntag im Oktober freute sich die Gemeinde Waiblingen-Hohenacker auf den Besuch des Bezirksältesten Christian Probst aus Reutlingen. Eingeleitet wurde der Gottesdienst mit dem Klavierstück »Von guten Mächten wunderbar geborgen« und dem Gemeindegesang aus dem Lied »Gott ist gegenwärtig«.
Als Grundlage für seine Predigt verwendete der Bezirksälteste Lukas 6,12: »Es begab sich aber zu der Zeit, dass er [Jesus] auf einen Berg ging, um zu beten; und er blieb über Nacht im Gebet zu Gott«.
Jesus sei sowohl der kleinste als auch der größte gemeinsame Nenner im Leben eines Christen, so der Bezirksälteste zu Beginn seiner Wortverkündigung. Dann stellte er den Versammelten zu dem im Bibelvers aufgeführten Gebet die Frage, ob so ein die ganze Nacht dauerndes Gebet für sie eher befreiend oder belastend wäre? Dabei sei die Art und Weise des Betens sehr wichtig. »Nur wenn wir so beten, dass wir bei Gott »andocken« können, kommt auch etwas zurück«, so der Bezirksälteste. Insbesondere heiße beten nicht, sich selbst reden zu hören. Stattdessen solle man schweigend in sich hineinhören, zur Ruhe kommen und sich darauf konzentrieren, was in der Zwiesprache mit Gott zurückkommt.
Im Weiteren führte der Bezirksälteste aus, dass manche Ereignisse von Gott wegführen könnten. Er empfahl den Anwesenden, sich in solchen Fällen an Gott zu wenden, damit er dem Unglauben abhelfen könne. Nur in der Verbindung zu Gott und seinem Sohn sei es möglich, wieder umzukehren. Als bekanntes Beispiel aus der Bibel führte Bezirksältester Probst die Emmaus-Jünger an. Sie waren im Glauben wankelmütig geworden und nur das Gespräch mit Jesus habe sie wieder zurückgewonnen.
Der um einen Wortbeitrag gebetene Gemeindevorsteher, Priester Jens Reissing, griff das zum Amtswechsel gesungene Chorlied »Lass du mich stille werden« mit den Worten auf: »Gott wirkt bei uns in der Stille. Schon im Natürlichen wird es z.B. bei einer Bergtour immer stiller um uns, je weiter wir uns vom Startpunkt entfernen und je höher wir in Richtung des Gipfels kommen. Wenn wir dann von der Gipfeltour wieder zurückkommen, haben wir einen anderen Blick und eine andere Einstellung«. Zu Ende seiner Ausführungen machte Priester Reissing deutlich, dass nicht Gott den Menschen, sondern der Mensch Gott brauche. Das könne immer wieder in jedem Gottesdienst beim Heiligen Abendmahl erlebt werden.
Der Bezirksälteste Probst knüpft daran an und wies auf den Propheten Elia hin. Elia hatte die großen Wunder Gottes erlebt und befand sich auf einem Stimmungshoch. Dennoch sei er schon Stunden später in ein depressives Loch gefallen. In dieser Situation sei der Engel des Herrn gekommen und habe ihn wieder aufgerichtet. »So erleben wir auch immer wieder die Hilfe und Gnade Gottes«, schloss der Bezirksälteste.
Sobald die Kinder aus der Sonntagsschule in den Kirchensaal gekommen waren, feierte die ganze Gemeinde das Heilige Abendmahl. Nach dem Schlussgebet setzte das Chorlied »Mein Herz ist still geworden« den musikalischen Schlusspunkt des Gottesdienstes.
Anschließend waren die Versammelten eingeladen, zusammen mit dem Bezirksältesten noch einen Kaffee und einen kleinen Imbiss zu sich nehmen, so dass alle gestärkt und mit Freude im Herzen ihren Heimweg antreten konnten.
Bericht: LoN
Fotos: KoE