Den Gottesdienst am letzten Sonntag im April, erlebten die neuapostolischen Christen aus Berglen-Steinach, Korb und Winnenden mit Apostel Jürgen Loy. Der Gottesdienst wurde in der Kirche in Korb gefeiert.
Als Grundlage für die Wortverkündigung diente ein Wort aus dem Markus-Evangelium, das sich auf ein Heilungswunder Jesu bezieht (ab Vers 31):
„Und sie wunderten sich über die Maßen und sprachen:
Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hören und die Sprachlosen reden“ (Mk 7,37).
Um einen Beitrag in der Wortverkündigung bat der Apostel Priester Jens Reißing, Vorsteher der Gemeinde WN-Hohenacker, und Bezirksevangelist Manfred Keim, Vorsteher des Kirchenbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt, zu welchem unter anderem die besuchten Gemeinden gehören.
Ein „Mutmach“-Gottesdienst
Zu Beginn der Wortverkündigung in dieser „Feier des Glaubens und Feier der Hoffnung“, wie der Apostel den Gottesdienst bezeichnete, brachte er den Wunsch zum Ausdruck, dass die Gemeinde auch im Lebensmut und der Lebensfreude bestärkt werde. „Der Herr holt uns in unserer Lebenswirklichkeit ab; er will stärken, ermutigen, aufrichten.“ Dies bedeute auch, dass der Blick weg von dem gehe, was niederdrücke und nach unten ziehe. „Das Aufrichten durch den Herrn beginnt, wenn der Blick nach oben geht“; es gelte, den Blick zum Herrn zu heben und nach vorne zu richten.
Zum Bibelwort erläuterte der Apostel den Kontext und beschrieb dabei, dass der Mann, den man zu Jesus brachte, nicht hören und auch nicht richtig reden konnte. Jesus nahm ihn auf die Seite, „da wurde eine persönliche Beziehung aufgebaut zwischen Jesus und dem, der Hilfe brauchte“. Er habe den Hilfsbedürftigen da berührt, wo er eingeschränkt gewesen sei – auch die Glaubenden heute dürften wahrnehmen, dass der Herr sich ihrer persönlich annehme. „Begegnung mit dem Herrn ist Seelsorge durch den Herrn. Sag ihm, was dich schmerzt und was dich verletzt hat“, ermunterte der Apostel. „Er berührt dich da, wo du verletzt bist, und hilft dir.“ In diesem Zusammenhang erinnerte er an den Sinnspruch: „Der Kummer, der nicht spricht, der raunt zum Herzen, bis es bricht.“ Was verhärtet, was verschlossen sei, könne sich mit des Herrn Hilfe wieder auftun.
Der durch Jesus Geheilte konnte hören und richtig reden, „also in eine Beziehung zu anderen kommen“, sagte der Apostel. Er wünschte, das damalige Geschehen möge zur persönlichen Geschichte der Gemeindemitglieder werden: indem der Herr zum Beispiel einem helfe, wenn er sprachlos geworden sei, wieder zum Sprechen zu kommen. Was man rede, sei Ausdruck des Inneren. Zum „richtigen Reden“ gehöre, auch das Gute anzusprechen, und sich daher bewusst zu machen, was man Gutes aus Gott persönlich schon erlebt habe. „Wo hat Jesus dich schon berührt?“ Der Gottesdienst könne auch dazu dienen, dass man wahrnehme: Jesus Christus ist schon längst da!
Hören und reden – so wurde im Fortgang der Wortverkündigung deutlich – betrifft insbesondere das Evangelium. Die Glaubensgeschwister sollten die frohe Botschaft „in uns und durch uns nicht verstummen lassen“, so der Apostel. Doch er bekräftigte: „Das Evangelium ist nicht aufzuhalten!“ Die Heilsbotschaft betreffe das, was der Herr durch seinen Opfertod („das Wort vom Kreuz: eine Gotteskraft“) und seine Auferstehung bereitet habe und bereiten werde: völliges Heil, ewige Gemeinschaft mit Gott. „Jesus Christus ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – er schenkt Heil und Hilfe im Heute und für das Morgen.“
Zwei Sakramentsfeiern
Die Gemeinde erlebte in diesem Gottesdienst zwei Sakramentsfeiern, denn vor der Feier des Heiligen Abendmahls – die üblicherweise den Höhepunkt im Gottesdienst bildet – wurde das Sakrament der Heiligen Versiegelung gefeiert: Der Apostel spendete drei Kindern („ein Geschenk Gottes, das den Eltern anvertraut ist“) die Gabe des Heiligen Geistes („Gott schenkt damit Anteil an seinem Wesen“).
Nach den Sakramentsfeiern trat ein Priester altershalber in den Ruhestand. Der Apostel dankte ihm herzlich für sein Wirken im Dienst des Herrn („ein Dienst der Liebe“) und kennzeichnete ihn als einen Seelsorger, der „mit den Augen des Herzens gesehen“ habe.
Musikalisch mitgestaltet wurde der „Mutmach-Gottesdienst durch Instrumentalmusik sowie Liedvorträge des gemischten Chores und einer Kinderchorgruppe. Schon vor Beginn stimmte das Orchester die große Gemeinde auf die Gottesdienstfeier ein. Da konnte dann erlebt werden, wovon die Kinder sangen: „Wir haben Freude zu verschenken“ – die am Gottesdienst Teilnehmenden wurden beschenkt von der ansteckenden Freude der Kinder.
Der im Gebet ausgedrückte Wunsch des Apostels, die Gemeindemitglieder möchten im Glauben und Vertrauen gestärkt, getröstet, wieder aufgerichtet und für das Morgen ermutigt werden, erfüllte sich vielfach. Durch das Wirken des Heiligen Geistes gesegnet, nahmen sie aus diesem „Mutmach-Gottesdienst“ viel neue Zuversicht, Freude auf die Wiederkunft Christi und Frieden mit.
Beitrag SR
Bilder KE