Die Glaubensgeschwister aus den Gemeinden Remseck, Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart-Münster freuten sich, am 29. Mai 2024 Gottesdienst mit Apostel Jürgen Loy zu feiern. Der Abendgottesdienst fand in der schönen Kirche in Stuttgart-Münster statt.
Ein Bibelwort aus dem Alten Testament, dem Buch der Richter, bildete die Grundlage für die Predigt:
„Aber der Herr sprach zu ihm: Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben.
Da baute Gideon dem Herrn dort einen Altar und nannte ihn ‚Der Herr ist Friede‘.“
(Ri 6,23.24a)
Zu einem Predigtbeitrag rief der Apostel Priester Michael Scheible von der Gemeinde Bad Cannstatt, der – wie er selbst – im Jahr 1979 in einem Gottesdienst in der Kirche in Münster in sein erstes geistliches Amt ordiniert worden war. Auch in diesem Abendgottesdienst gab es Ordinationen: Zwei Diakone empfingen das Priesteramt und drei Glaubensschwestern das Diakonenamt.
Mit Orgelmusik und Chorvorträgen erfolgte die musikalische Einstimmung auf die Gottesdienstfeier und ihre Mitgestaltung.
Ein Wort für jeden persönlich
Die Glaubensgeschwister seien zu dem Abendgottesdienst zusammengekommen, so der Apostel, um gemeinsam Gott zu loben, zu preisen und ihm zu danken, Gottes Wort zu hören und über Gottes Wirken zu staunen. Er wünschte, das verkündigte Wort möge für jeden persönlich wirksam und zum Segen werden, ein „Wort der Liebe, der Gnade, der Tröstung und der Stärkung“, ein Angesprochensein in der persönlichen Lebenssituation durch Gottes Wirken, um wieder neu inneren Frieden und Freude zu empfinden.
„Der Herr ist Friede“
Die Ausführungen auf der Basis des Bibelworts standen unter dem Gedanken „Der Herr ist Friede“. Der Friede aus dem dreieinigen Gott wurde bereits im Gemeindelied „Hier ist Jesus“ zu Gottesdienstbeginn besungen, dessen zweite Strophe vom Frieden Jesu Christi handelt (Gesangbuch Nr. 138).
Zum Bibelwort („ein altes Wort, das heute in die Herzen hineinstrahlen kann“) erläuterte der Apostel zunächst den Kontext. Dabei erwähnte er, dass sich die Israeliten damals in Bedrängnis befanden und Gideon zum Richter berufen wurde: In der bedrängten Lebenssituation habe Gideon von Gott ein Zeichen verlangt, dass Gott mit ihm und bei ihm in seinem Auftrag sei. Dieses Zeichen sei Gideon gewährt worden. Daraufhin habe er einen Altar errichtet und ihn „Der Herr ist Friede“ genannt.
Auch heute könne es für Glaubende so sein, sagte der Apostel, dass sie von Gott eine deutlich wahrnehmbare Berührung erbäten, um zu erkennen: „Gott ist wirklich da! Er ist mir nah!“ oder dass sie sich einen besonderen Hinweis der Kraft und Hilfe Gottes erhofften. Doch gerade das damalige Geschehen mit der Zeichenhaftigkeit beschreibe, dass so etwas nur „begleiten“ könne – die Entscheidung liege immer beim Einzelnen. Erbetene besondere Berührungen durch Gott dienten allenfalls der Bestätigung und Bekräftigung. „Das Zeichen für Gideon war nicht entscheidend – bedeutsam war, dass er einen Altar errichtete.“
Für die Glaubenden heute sei bedeutsam, Frieden vom Herrn zu erbitten und im eigenen Herzen einen „Friedensaltar“ zu errichten, führte der Apostel weiter aus. Dies bedeute, zuerst mit Gott Frieden zu schließen, indem man seine Zulassungen annehme, sich seinem Willen und Walten ergebe, ihm vertraue und auch Buße tue. In diesem Zusammenhang verwies er auf mögliche „Störenfriede im Leben“, die einen aus der Fassung brächten. Hier gelte es zu bedenken, dass man vielleicht auch selbst Teil der Situation sei, die Unfrieden schaffe. „Mit dem Herrn kann Vergebungsbereitschaft und gegenseitiger Frieden wachsen.“
Der Apostel bekräftigte: „Gott ist es, der wahren Frieden schenkt!“, und stellte Jesus Christus als den „Friedefürsten“ in den Mittelpunkt.
Auch die Feier des Heiligen Abendmahls – Höhepunkt im Gottesdienst – stand unter dem Gedanken des Friedens aus Jesus Christus. Der Apostel wünschte, das Heilige Abendmahl möge auch als „Stärkungsmahl und Friedensmahl“ gefeiert werden. Mit dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt“ (Gesangbuch Nr. 295) wurde die Abendmahlsfeier umrahmt.
„Fürchte dich nicht“
Nach der Sakramentsfeier vollzog der Apostel die Segenshandlung der Ordinationen: Ein Diakon aus der Gemeinde Bad Cannstatt und ein Diakon aus der Gemeinde Münster empfingen die Amtsvollmacht für den priesterlichen Dienst, Segnung und Heiligung. Zwei Glaubensschwestern aus der Gemeinde Bad Cannstatt und eine Glaubensschwester aus der Gemeinde Münster wurden in ihr erstes geistliches Amt berufen; sie empfingen die Amtsvollmacht für den Diakonendienst, Segnung und Heiligung.
Gott sei bei der Ordination der Handelnde, betonte der Apostel in seiner Ansprache an die Fünf und bezog sich dabei auf einen Teil des Bibelworts: „Fürchte dich nicht“! Auch legte er ihnen ans Herz, freudig das Evangelium zu verkündigen und in der Gemeinde „Gehilfen zur Freude“ im Glauben zu sein, in der Freude auf Christi Wiederkunft und auf das ewige Heil.
Große Freude über das Gottesdienst-Erleben und über die Ordinationen kam auch bei der Verabschiedung der Glaubensgeschwister zum Ausdruck.
Bericht: SR
Bilder: SL