Eine große Menge an Glaubens- und Lebenserfahrung kam am 9. Juni 2024 in der Kirche in Waiblingen, Schorndorfer Straße 40, zusammen. Dorthin waren die Seniorinnen und Senioren unter den Glaubensgeschwistern aus den Kirchenbezirken Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart/Fellbach eingeladen, um gemeinsam den Sonntagsgottesdienst zu feiern.
Sie erlebten einen atmosphärisch dichten, den Glauben stärkenden Gottesdienst. Geleitet wurde er vom Vorsteher des Kirchenbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt, Bezirksevangelist Manfred Keim. Ebenfalls dabei war der Vorsteher des Kirchenbezirks Stuttgart/Fellbach, Bezirksältester Michael Dinkelacker.
Wer von der älteren Generation nicht in der Kirche dabeisein konnte, hatte die Möglichkeit, am Gottesdienst via Internet-Livestream (YouTube) oder Telefonübertragung teilzunehmen.
Als Grundlage für die Wortverkündigung diente ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, aus dem Lobgesang der Maria, Mutter des Herrn: „Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heillandes, denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Kindeskinder.“ (Lukas 1,46-48)
Glaube und Vertrauen in Gottes Beistand
„Wie Gott mich führt, so will ich gehn“ (Gesangbuch Nr. 165, Text: Lambert Gedicke, 1683-1736), sangen die Glaubensgeschwister, die sich zahlreich in der Kirche in Waiblingen eingefunden hatten. Und schon bei diesem gemeinsamen Lied zu Beginn des Gottesdienstes war eine Atmosphäre der Glaubensfreude und Zuversicht in Gott zu verspüren.
Zu Beginn der Wortverkündigung wünschte Bezirksevangelist Keim, die Gemeinde möge durch den „Gott der Barmherzigkeit, Fürsorge und Liebe“ im Glauben und Vertrauen auf göttlichen Beistand gestärkt werden und Freude in der Gemeinschaft miteinander erleben. Zwar seien auch im Alter die Herausforderungen unterschiedlich – beispielhaft nannte er den Verlust des Partners und Defizite in der Gesundheit –, doch tue die Gemeinschaft miteinander wohl: „Und vor allem die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott! Er weiß genau, wie deine Situation im Detail aussieht. Er hat immer ein offenes Herz für dich.“ Die Glaubensgeschwister dürften stets auf das liebevolle, barmherzige und fürsorgende Handeln Jesu Christi vertrauen.
„Der Herr kann und wird Trost geben für das Durchlebte, stärken für das Kommende und erfreuen im Heute“, zeigte sich der Bezirksevangelist überzeugt. So könnten die Glaubensgeschwister trotz so mancher Sorgen freudig weitergehen.
„Substanz in unseren Gemeinden“
Ferner verwies der Bezirksevangelist darauf, dass man auf eine hohe Zahl käme, wenn man das Alter der am Gottesdienst Teilnehmenden addieren würde. Dies sei jedoch nicht von Bedeutung – hingegen die „Fülle an Glaubenserfahrungen, an Gotterleben“: In den Glaubensgeschwistern sei da etwas gewachsen und herangereift, „das ist Substanz in unseren Gemeinden“ und bilde dort in der Summe einen „Stabilitätsanker“. Herzlich dankte er den Schwestern und Brüdern für ihre Beständigkeit im Glauben, ihren Einsatz („wirken in Demut“, als „Teil der Kirche“) und das Signal, das sie dadurch aussendeten.
Er ermunterte, weiterhin Bekenner des Evangeliums, Nachfolger Jesu Christi, Diener und Mitarbeiter in den Gemeinden zu sein, wo es auch im Rentenalter Aufgaben gebe („teils in anderer Ausprägung“). Vor allem: „Bleibt bitte im Beten konstant, lasst in den Fürbitten nicht nach!“
In diesem Zusammenhang griff er noch einmal die Gedanken des Glaubens, Gottvertrauens und Trostes aus dem gemeinsam gesungenen Lied auf.
Jesus Christus folgen
Zum Bibelwort führte der Bezirksevangelist unter anderem aus, Maria („eine Persönlichkeit des Glaubens“) sei ein Vorbild für alle, die Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland bekennen und ihm folgen würden. Sie habe sich durch Glauben und Demut ausgezeichnet und sei Jesus bis unters Kreuz gefolgt.
Die Glaubenden könnten vielleicht nicht immer Gottes fürsorgendes Walten erkennen, von dem beispielsweise Psalm 139 spreche: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir“ (Vers 5). Doch auch wenn man in Leid und Traurigkeit, in Bedrängnis und Sorgen Gottes Zulassungen nicht verstehe, möge man sich das Vertrauen in Gott bewahren, so der Bezirksevangelist. „Gott macht es besser als wir denken.“ Auch gelte es, über allem die Heilsabsicht Gottes zu sehen. So ermunterte er, wie Maria es getan habe, Jesus Christus bis zuletzt zu folgen – auch wenn es durch Leiden gehe.
„Wir sind Kirche“
Um einen Predigtbeitrag wurde der Bezirksälteste Dinkelacker gebeten. Er drückte ebenfalls Dank und Hochachtung für alles aus, was die Glaubensgeschwister „gelernt, gelebt und weitergegeben“ hätten, und legte ihnen ans Herz, weiterhin „Maria-Eigenschaften“ zu verkörpern und sich in der Nachfolge Jesu Christi nicht beirren zu lassen. Dabei unterstrich er den Gedanken „Wir sind Kirche“ und bat, sich stets vom Herrn leiten zu lassen.
Mit Orgelmusik und Vorträgen eines stattlichen gemischten Chores aus den Reihen der älteren Generation wurde der Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Man konnte wahrnehmen, dass die Sängerinnen und Sänger, die den Chor bildeten, mit ganzem Herzen dabei waren. So zum Beispiel, als sie – als sprechender Mund der Gemeinde – zu Gottesdienstbeginn im Lied Jesu Liebe und Erlösungstat priesen oder im Schlussvortrag die im Liedtext ausgedrückte Zuversicht in Jesus Christus sowie Freude im Blick auf das Glaubensziel besangen: „O du mein Trost und süßes Hoffen, Herrn Jesu, komm, ich warte dein!“ (Chorbuch Nr. 428)