Mitten im Monat und mitten in der Woche, am 14. August 2024, feierten die Glaubensgeschwister aus der Gemeinde Remseck abends Gottesdienst mit Apostel Jürgen Loy.
Der Leiter des Apostelbereichs Stuttgart wurde begleitet vom Vorsteher des Kirchenbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt, Priester Michael Birk, und dessen Stellvertreter, Priester Jens Reißing. Auch die Gemeindevorsteher aus dem Bezirk sowie Lehrkräfte der kirchlichen Unterrichte waren eingeladen.
Sängerinnen und Sänger des gemischten Chores gestalteten den Abendgottesdienst musikalisch mit. Aus ihren Reihen wurde zur großen Freude der Gemeinde eine Diakonin ordiniert – „ein Geschenk Gottes, das er für seine Kirche bereitet“, sagte der Apostel bezüglich der Trägerinnen und Träger eines geistlichen Amtes. Zur Vollmacht des Diakonenamtes gehören Wortverkündigung, Durchführen von Wortgottesdiensten mit trinitarischem Eingang und Spendung des „Schlusssegens“, Evangeliumsverkündigung auch im Seelsorgebesuch und – wie der Apostel betonte – karitative Dienste in der Gemeinde: „‚Diakonie ist auch tätige Nächstenliebe.“
Zu einem Predigtbeitrag rief der Apostel Priester Birk sowie den Gemeindevorsteher von Waiblingen, Priester Simon Züfle.
Der frohen Botschaft Raum geben
Als Grundlage für die Predigt nahm der Apostel ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, dem Brief an die Kolosser:
„Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen: Lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit; mit Psalmen, Lobgesängen und geistlichen Liedern singt Gott dankbar in euren Herzen“ (Kol 3,16).
Im Lauf der Predigt erwähnte er noch andere Bibelübersetzungen, darunter diese: „Gebt dem Wort des Christus viel Raum in euch und lasst es so seinen ganzen Reichtum entfalten! Belehrt und ermahnt euch gegenseitig mit aller Weisheit! Und weil ihr mit Gottes Gnade beschenkt seid, singt Gott aus vollem Herzen Psalmen, Lobgesänge und geistliche Lieder!“
Gerade in der Sommerzeit könne das Lied von Paul Gerhardt „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ Begleiter sein, meinte der Apostel: Es gelte, Freude zu suchen. Man könne sie in der schönen irdischen Schöpfung empfinden und insbesondere im Bewusstsein der Gottesliebe und der Erlösertat Jesu Christi. Jesus Christus sei da, „wo zwei oder drei versammelt sind in seinem Namen“, und so möge die Gemeinde auch nun am Abend ein Wort des Herrn empfangen, das berühre und guttue.
Wenn man der frohen Botschaft des Evangeliums innerlich viel Raum gebe, entwickle sich dies zum Heil, führte der Apostel im Weiteren aus: „Das Evangelium hat heilende Wirkung“, denn in Jesus Christus finde der Mensch Heil für den Schaden aus der Sünde und der Trennung von Gott. So werde dem Menschen „ein ganz anderer Horizont eröffnet“, das Licht des Evangeliums reiche in die Zukunft hinein: „Die frohe Botschaft fragt uns: Willst du ewig leben, willst du in die ewige Gemeinschaft mit Gott gelangen?“
Der Apostel ermunterte, im Herzen Raum zu schaffen für das Evangelium, um es zu erfassen und „den Reichtum zu entdecken: ‚Bei Jesus Christus sind wir geborgen, bei ihm und von ihm werden wir getragen.‘“ Wenn das Bibelwort vom Ermahnen und Belehren spreche, dann könne man dies als Ermutigung verstehen, von solchen zu lernen, die Vorbild seien und glaubhaft nach dem Evangelium lebten.
Schmerz, Not und Unglück Gott klagen
Gott Lobgesänge darbringen sei nicht abhängig von der persönlichen Situation und einer freudigen Stimmung, verdeutlichte der Apostel am Beispiel von Paulus und Silas im Gefängnis (vgl. Apg 16,16ff). Er stärkte die Glaubensgeschwister im Vertrauen in Gott und ermunterte sie, in Bedrängnis Gott um Hilfe anzurufen: „Gott sieht, was uns ängstigt, besorgt macht und bedrängt“. So könnten sie die Sorgen loslassen und „auf Gott werfen“ (vgl. Petr 5,7). Der Allmächtige habe Trost sogar für solchen Schmerz und Trauer, wofür es keine Worte gebe.
Und wenn man in schwieriger Situation vielleicht meine: „Es kann nicht noch schlimmer kommen!“ und dann doch genau dies geschehe, dann dürfe man Gott im Gebet alle Nöte, Unglück und Verzweiflung klagen. „In bitterer Lebenssituation seine Klagen vor Gott bringen bedeutet auch, loszulassen und bei ihm abzugeben“. Dabei erinnerte der Apostel an Hiob, der sich mit seinen Klagen Gott zugewandt habe: „So ist eine Klage Hinwendung zu Gott“, tröstete er.
Gott Lobpreis darzubringen – hierzu erwähnte er beispielhaft die Psalmen 116 und 117 – heiße auch, daran zu erinnern, dass göttliche Hilfe schon früher erlebt worden sei.
Von der Zuversicht in Gottes Hilfe und dem Getrost-Sein in Gott kündete auch das Schlusslied des Chores: „Der Herr ist mein Hirte“ nach dem Text von Psalm 23 (Chorbuch Nr. 161).
Beitrag SR
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