Wir sind „wunderbar geschaffen“ und die Schöpfung mit uns. Diese positive Sichtweise vermittelte der diesjährige Weltgebetstag der Frauen, dessen Motto, Gedanken und Lieder Christinnen von den Cookinseln ausgewählt hatten.
„Kia orana“, so grüßten sie alle, die am 7. März 2025 den Weltgebetstag der Frauen begingen. Es ist eine Begrüßung in der Sprache der Maori, der indigenen Bevölkerung in dem dünn besiedelten Staat im Südpazifik, dessen 15 Inseln etwa in der Mitte des polynesischen Dreiecks liegen.
„Kia orana!“ Diesen Gruß griffen die Mitglieder der evangelischen, katholischen und neuapostolischen Kirchengemeinde aus Stuttgart-Münster auf, die sich am diesjährigen Weltgebetstag der Frauen zur gemeinsamen gottesdienstlichen Feier in der neuapostolischen Kirche in der Austraße 81 versammelten.
In einer kurzen Übersetzung bedeutet „Kia orana“ etwa „ein gutes und erfülltes Leben“. Die Christinnen von den Cookinseln wünschten damit auch: „Mögest du lange leben! Mögest du leuchten wie die Sonne! Mögest du mit den Wellen tanzen!“ Sie luden ein, für den Erhalt der Schöpfung zu beten und entsprechend zu handeln.
„Wunderbar geschaffen“
Das Motto „wunderbar geschaffen“ bezieht sich auf Psalm 139. Wie ein roter Faden durchzog dieser Psalm die Feier und nahm die Versammelten trotz Sorgen und Problemen mit hinein in das positive Lebensgefühl der Christinnen und Christen von den Cookinseln. „Wunderbar geschaffen“ ist eine Feststellung, ein Glaubenszeugnis und ein Dank. Auch war es eine Einladung der dortigen Christinnen und Christen, die Welt mit ihren Augen zu sehen.
Die Gruppe der insgesamt 15 Inseln, die aufgereiht wie eine Perlenkette weit verstreut im Südpazifik liegen, haben eine reiche Natur. Mit ihren für uns exotischen Blumen und Früchten, dem leuchtend blauen Meer und den sanft wiegenden Kokospalmen wirken sie wie ein Tropenparadies.
Doch dieses Paradies hat Schattenseiten, zum Beispiel infolge des Klimawandels Überflutungen und Bedrohungen durch Zyklone. Hinzu kommen Planungen, die reichen Bodenschätze auf dem Meeresgrund zum Abbau freizugeben – manche Bewohnerinnen und Bewohner sehen dies aus wirtschaftlichen Gründen positiv; andere sind wegen unabsehbarer Schäden für das Ökosystem besorgt oder ablehnend. Weit verbreitet und gravierend sind häusliche und sexualisierte Gewalt.
Tourismus ist die wirtschaftliche Haupteinnahmequelle.
Wunderwerke Gottes
Trotz der Schattenseiten, Schwierigkeiten und Sorgen stellten die Christinnen und Christen von den Cookinseln das Staunen über die göttliche Schöpfung in ihrer ganzen Schönheit, das Rühmen des Schöpfers und der Schöpfung und die Dankbarkeit dafür in den Mittelpunkt. Die Kernbotschaft lautete: „Gott hat die Welt wunderbar geschaffen. Er hat jede und jeden Einzelnen von uns wunderbar gemacht. Jede und jeder ist einzigartig und von Gott zutiefst geliebt.“
So wurde – über das Vaterunser hinaus – auch um Verbindung mit Gott und untereinander gebetet, um „hell zu leuchten“ und Gottes Liebe in die Welt ausstrahlen zu können.
Mit dem Lied „Der Tag, mein Gott ist nun vergangen“ (im neuapostolischen Gesangbuch Nr. 325), dessen fünf Strophen die Versammelten miteinander sangen, klang eine berührende, schöne Weltgebetstags-Feier aus.
Die größte ökumenische Frauenbewegung
Der Weltgebetstag ist die größte und älteste ökumenische Frauenbewegung. Jedes Jahr lassen sich viele Christinnen und Christen von den Stärken der beteiligten Frauen begeistern, nehmen Anteil an ihren Sorgen und finden Ermutigung im Glauben.
Gefeiert wird der Weltgebetstag der Frauen jeweils am ersten Freitag im März. Im Stadtbezirk Stuttgart-Münster – dessen Einwohnerschaft etwa halb so groß ist wie die Gesamtbevölkerung auf den Cookinseln – wechseln sich die evangelische, katholische und neuapostolische Kirchengemeinde als jeweilige Gastgeberin ab.
Traditionell lädt die gastgebende Gemeinde nach Ende der Feier zu einem Gedankenaustausch bei einem Imbiss ein. Diesmal gab es einen kulinarischen Mix exotischer und schwäbischer Genüsse.