Der Sonntags-Gottesdienst Mitte Oktober erfuhr eine besondere Prägung mit dem Jubiläum der Eheleute Freimüller, welche nach 60 Ehejahren den Segen zu ihrer Diamantenen Hochzeit empfangen sollten.
Dem Gottesdienst lag ein Bibelwort aus dem 36. Psalm zugrunde, das inhaltlich auf die Zufluchts- und Schutzmöglichkeiten derjenigen verweist, die Gott suchen.
Gemeindevorsteher Jens Reißing begrüßte alle Anwesenden herzlich und stellt eine Verbindung her zwischen dem Bild der Gemeinde und dem Bild des Schutzes aus dem vorgelesenen Bibelwort. Gott bietet uns Schutz an, nicht nur unter seinem Wirken, sondern auch durch das gegenseitige Wirken innerhalb der Gemeinde. Wie beispielsweise die Küken einer Adlerfamilie unter den Flügeln der Mutter aufwachsen, geschützt und ernährt werden, so erhalten auch wir geistige Nahrung und Erkenntnis durch das Wirken Gottes, seines Sohnes und des Heiligen Geistes.
Der dreieinige Gott ist eine ständige Quelle des Lebens und der Weiterentwicklung, welche niemals versiegt. Unsere Aufgabe ist es, dieses Angebot im Glauben anzunehmen. Dadurch können wir selbst ein Teil der Quelle zum Segen und zur Unterstützung anderer werden.
Jesus Christus ist unsere Lichtquelle, welche Erkenntnis in das Dunkel der Welt bringt. Wir profitieren von seinem Opfer und seiner Fürsprache, wenn wir unter Anfechtungen stehen. Darum ist es wichtig, dass wir diese Zuflucht nicht verlassen. Dann schenkt Gott uns seine Gnade für den weiteren Lebens- und Glaubensweg.
In einem weiteren Predigtbeitrag ging Priester Eberspächer auf ein Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium ein. Jesus sagt hier, dass das Himmelreich einem Acker gleicht, in welchem ein Schatz verborgen ist. Unser Diamantenes Hochzeitspaar hat sich in der langjährigen Ehe auch einen Schatz erworben, der nicht immer nach außen sichtbar ist. Dennoch kann man den reichen Segen in der Familie und gegenseitigen Zugewandtheit spüren. Gott hat seine Gnade dazu gegeben.
Priester Jonkmanns ergänzte in seinem Wortbeitrag, dass man den Eindruck gewinnen kann, dass mit fortlaufender Zeit und Lebenserfahrung die Zeiteinheiten schneller vergehen und es in unserem Lebensumfeld immer schwieriger wird, zwischen Wahrheit und Unwahrheit zu unterscheiden. Der Geist Gottes hilft uns aber, diese Unterscheidung treffen zu können. In den Gottesdiensten bekommen wir das Gottvertrauen, um auch selbst vertrauenswürdiger zu werden. Auch in einer langjährigen Ehe können wir gegenseitigen Gewinn erzielen, wenn wir uns gegenseitig vertrauen.
Zur Feier des Heilige Abendmahls verwies Gottesdienstleiter Jens Reißing darauf, dass es notwendig ist, an die Sakramente und ihre Wirkung zu glauben. In der Naturwissenschaft hat man viele Geheimnisse ergründen können, doch selbst hochrangige Wissenschaftler stimmen zu, dass es in der Tiefe noch viel Unbekanntes gibt, welches auch in Zukunft ein Mysterium bleiben wird.
Nach dem Heiligen Abendmahl leitete der Chor mit dem schönen Lied „Von allen Seiten umgibst du mich“ die Segenshandlung zur Diamantenen Hochzeit vor dem Altar ein.
Priester Reißing erzählte davon, dass das Jubelpaar vor 60 Jahren Fürsprecher brauchte, weil eine konfessionsübergreifende Ehe in dieser Zeit noch als problematisch galt. Das Ehepaar Freimüller hat jedoch in den vielen gemeinsamen Jahren bewiesen, wie tragfähig die Liebe sein kann. Zunächst hat man sich gegenseitig getragen, dann ergänzten auch die Kinder die Familie. Mit fortschreitendem Alter können die Kinder nun auch unterstützen und mittragen. So hat Gott die Ehe gesegnet und schenkte seinen Segen für die Diamantene Hochzeit.
Nach dem Schlussgebet erfreute der Chor die Festgemeinde noch mit dem Lied „Auf dich o Herr“. Bei der Verabschiedung gaben die Gottesdienstbesucher dem bewegten Diamantenen Hochzeitspaar noch viele Glück- und Segenswünsche mit auf den Weg, so dass ihnen dieser Tag noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Beitrag LoN
Bilder FB