Am Mittwoch, dem 11. März 2026, feierte Apostel Jürgen Loy mit der Gemeinde Remseck den Gottesdienst am Abend. In der Predigt ging es um eine in der Bibel beschriebene Begegnung gottesfürchtiger Menschen von unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Religion und sozialem Status, und es ging auch um Begegnungen in einer „Vesperkirche“.
Als Grundlage für die Predigt diente ein Bibelwort aus der Apostelgeschichte:
„Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm“.
(Apg 10,34f)
Im Nächsten den von Gott Geliebten erkennen
Zunächst zeigte der Apostel den Kontext des Bibelworts: „Da hatten Menschen eine geistliche Begegnung, die von unterschiedlicher Herkunft, aus ganz anderer Kultur waren.“ Der römische Hauptmann Kornelius („also ein Heide, Angehöriger der Besatzungsmacht“) war gottesfürchtig und demütig, er betete, gab Almosen. Gott ließ ihn wissen, dass er seine Gebete erhört und, so der Apostel, „einen Weg für ihn habe“: Er solle nach Simon Petrus schicken und eine Begegnung mit ihm herbeiführen. Für Petrus, den „gläubigen, frommen Juden“, war der Kontakt mit einem Heiden durch das Gesetz verboten („unvorstellbar, ein Tabubruch“). Doch Gott zeigte Petrus, dass er „keinen Menschen gemein oder unrein nennen“ solle (Vers 28). Bei der Begegnung mit Kornelius und seinen Angehörigen wurde ihm bewusst, dass alle Menschen vor Gott gleich sind.
Der Apostel ermunterte die Glaubensgeschwister, über Verschiedenheiten hinwegzusehen und im Nächsten, im Nachbarn den zu erkennen, der von Gott geliebt ist („er liebt jeden so, wie er ist“) und dem Gottes Heilsangebot gilt.
Er halte es für wichtig, offen für den Nächsten zu sein und ihn zu akzeptieren, ihm in seiner jeweiligen Situation aber auch tatkräftig Beistand zu geben, meinte der Apostel und erinnerte an Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25ff): „Er hat nachhaltig geholfen.“
Tatkräftigen Beistand bewiesen, wie der Apostel erwähnte, auch Jugendliche aus dem Cannstatter Kirchenbezirk – darunter aus Remseck –, die in diesem Jahr mittendrin unter denen waren, die sich in der „Vesperkirche“ in Stuttgart engagierten: An vier Samstagen halfen sie unter anderem bei der Bedienung der Gäste am Tisch. „Vesperkirchen“-Gäste sind bedürftige, mehrheitlich obdachlose Mitbürger*innen; neben warmem Essen, medizinischer Versorgung und mehr finden sie dort Ruhe und Wärme, buchstäblich und im sozialen Sinn. Über das neuapostolische Hilfswerk „human aktiv“, wurde die „Vesperkirche“ zudem mit einer Spende unterstützt.
Dem Herrn getan
Im Verlauf der Wortverkündigung kam auch die Rede Jesu vom Weltgericht zur Sprache (Matthäus 25,31ff). Die verschiedenen Notsituationen und damit zusammenhängenden Werke der Barmherzigkeit wurden beleuchtet und dass Jesus Christus das Handeln in Liebe auf sich bezieht: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“
„Gott ist die Liebe – er ist da für uns, er reicht uns wieder seine Gnadenhand“, sagte der Apostel bei der Hinleitung zur Feier des Heiligen Abendmahls, der die Sündenvergebung vorausgeht. Dies möge, so der Apostel, Ansporn für die Glaubenden sein, selbst auch dem Anderen versöhnlich die Hand zu reichen und zu verzeihen.
Nach der sakramentalen Feier – als dem Höhepunkt im Gottesdienst – vollzog der Apostel eine Ordination: Diakon Dominique Berggötz aus der Gemeinde Remseck wurde zum Priester ordiniert. Der Apostel wünschte ihm, mit einem priesterlichen Herzen das Evangelium in die Gemeinde hineinzutragen und ihr die Liebe Gottes zu vermitteln.
Musikalisch umrahmt wurde der Abendgottesdienst vom gemischten Chor der Gemeinde, der die Glaubensgeschwister auch schon vor Gottesdienstbeginn erfreute. Die glaubensstärkende Gottesbegegnung rundete der Chor mit Strophe 5 aus dem Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“ ab (Chorbuch Nr. 319): „Gott, lass dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.“
Beitrag SR
Bilder DB