Vom 9. – 11. Februar fanden in Hohenacker die ökumenischen Bibeltage statt, die jedes Jahr gemeinsam vom örtlichen ökumenischen Arbeitskreis organisiert werden.
Der Arbeitskreis setzt sich aus Mitgliedern der katholischen und evangelischen Kirche, der freikirchlichen Baptistengemeinde sowie unserer neuapostolischen Kirchengemeinde in Hohenacker zusammen. Als Thema der diesjährigen Bibeltage wurde die etwas provozierende Fragestellung gewählt:
„Wozu noch Kirche? Ein biblischer Antwortversuch“.
Am ersten Abend machte Pastor Martin Heißwolf von der Baptistengemeinde den Anfang mit einem Vortrag unter der Überschrift:
„Was macht Kirche aus?“
In seinem umfassenden Referat enthalten war ein Abriss der geschichtlichen Entstehung von einer zu Jesu Zeiten üblichen „Hauskirche“. Diese hatte sich unter den ersten Aposteln mit Missionierungen ausgebreitet und vergrößert, bis sie schließlich zu volksverbreiteten Großreligionen geworden sind. Allerdings befinden sich in der Neuzeit, dem demographischen Wandel und den gesellschaftlichen Strömungen geschuldet, die sog. Großkirchen auf dem Rückzug, sodass sich durchaus eine Entwicklung zurück in Richtung der ursprünglichen Hauskirchen abzeichnen könnte.
Mit sinkenden Mitgliederzahlen und Einnahmen wird die gesellschaftliche Verantwortung der Kirchen (wie z.B. Versorgung gemeinnütziger Einrichtungen) jedoch schwieriger leistbar. Es können sich jedoch auch positive Auswirkungen in der Form ergeben, dass die kleinere Schar von Gläubigen ein reichhaltigeres christliches Glaubensleben an den Tag legt.
Der Vortrag von Pastor Heißwolf wurde mit einigen Liedern durch den Chor der neuapostolischen Kirchengemeinde begleitet. Im Anschluss konnte man die gut besuchte Veranstaltung mit Fingerfood und Getränken ausklingen lassen. Dabei ergaben sich viele gute Gespräche, die dem ökumenischen Gedanken folgend, die verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen enger zusammenrücken lassen.
In ähnlicher Weise gestalteten sich dann die beiden Folgeveranstaltungen, die jeweils durch Vortrag, musikalische Begleitung und anschließenden Diskussionen mit Bewirtung gestaltet waren.
Pfarrer Tobias Schneider von der evangelischen Kirche referierte am zweiten Abend zum Thema
„Wie kann eine kleine Kirche lebendig und wirksam sein?“
Bei seinen Betrachtungen wies er auf kleinere Gemeinschaften wie die Herrenhuter Brüdergemeine und die Waldenser Kirche in Italien hin, die trotz ihrer vergleichsweise kleineren Mitgliederzahlen, mit ihren vielfältigen karikativen und sozialen Projekten große Auswirkungen erzielen.
Den Abschluss der dreitägigen Veranstaltung machte dann Pastoralreferentin Birgit Bronner, die zum Thema referierte
„Welche Aufgabe hat Kirche in unserer Zeit?“.
Insgesamt ergab sich für die Besucher eine sehr lohnenswerte Veranstaltungsreihe, die abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet war und sicher auch in den Folgejahren eine rege Beteiligung finden wird.
Beitrag LoN
Bilder FB