Den Abendgottesdienst am Mittwoch, 22. Juli 2026, feierten die Gemeinden des Kirchenbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt mit Bezirksapostel Martin Rheinberger. Der Gottesdienst fand in der Cannstatter Kirche statt und wurde in die Gemeinden des Bezirks übertragen.
Die Freude der Glaubensgeschwister war groß, Gottesdienst mit dem erst im Juni zum Bezirksapostel für die Gebietskirche Süddeutschland einschließlich weiterer rund 30 Länder und Gebietskirchen beauftragten Apostel Rheinberger zu erleben. Dass der für den Apostelbereich Stuttgart und somit auch für den Bezirk Stuttgart-Bad Cannstatt verantwortliche Apostel Jürgen Loy in seiner Begleitung war, erhöhte die Festesfreude.
Der Wortverkündigung an diesem Mittwochabend legte der Bezirksapostel ein Bibelwort aus dem Alten Testament zugrunde, das sich auf die Speisung des Propheten Elia durch Raben bezieht: „Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends, und er trank aus dem Bach“ (1. Könige 17,6). Zu einem Beitrag in der Wortverkündigung wurde Apostel Loy gerufen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, dem Höhepunkt des Gottesdienstes, erfolgte die Ordination einer Glaubensschwester aus Waiblingen zur Diakonin.
Mit Instrumentalmusik – Orgel, Cello und Klavier – sowie Chorvorträgen wurde die Festgemeinde eingestimmt und der Gottesdienst musikalisch mitgestaltet.
Stille in Gott
Sängerinnen und Sänger der in Cannstatt anwesenden Gemeinden Cannstatt, Waiblingen und WN-Bittenfeld bildeten den Chor, der den Gottesdienst musikalisch umrahmte. Zur Einleitung der Wortverkündigung besangen sie Vertrauen und Getrostsein in Gottes Beistand: „Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß: Mich hält deine starke Hand“ (Text – nach Psalm 62 – und Melodie Klaus Heizmann, 1991). Der Bezirksapostel griff den Gedanken der Stille auf und verdeutlichte, wahre Ruhe, Herzensfrieden und Stille finde man nur in Gott („da, wo wir herkommen“). So könnten die Glaubensgeschwister in der Zuversicht auf Gott und in ihm geborgen ganz getrost ihren Weg gehen.
Im Zusammenhang, dass Gottes Wort Frieden gibt und Trost bewirkt, unterstrich er, dass Gott unabhängig von menschlichen Vorstellungen wirkt: durch sein im Gottesdienst verkündigtes Wort, durch Lieder, durch Menschen, durch Verhältnisse, durch die Bibel usw. „Gott wirkt an uns, wie er will! Und er wirkt in unser Herz.“
Darüber hinaus stellte der Bezirksapostel einen eschatologischen Bezug her, indem er daran erinnerte, dass Jesus in seinen Abschiedsreden zu den Jüngern sagte: „An jenem Tag werdet ihr mich nichts fragen“ (Johannes 16,23). Dabei habe Jesus von seiner Wiederkunft gesprochen, also einem Augenblick, an dem die, welche dann aus Gnaden mit Jesus Christus vereinigt würden, stille seien. Diese Stille dereinst gebe es, weil man dann in Gott getröstet sei und weil man dann Gott wahrhaftig sehe (vgl. Offenbarung 22,4), „der uns geschaffen hat, dessen Kinder wir sind, der uns auf dem Glaubensweg begleitet und ans Ziel gebracht hat“.
Gottes Fürsorge
Zum Bibelwort beleuchtete der Bezirksapostel zuerst den Kontext: Der Prophet Elia hatte dem König Ahab, weil der neben dem einen Gott auch heidnische Götter anbetete, eine todbringende Dürre prophezeit. Daher musste Elia fliehen. Im Auftrag Gottes verbarg er sich am Bach Krit, aus dem er trank und wo er von Raben gespeist wurde.
„Dieser Mann war zuverlässig versorgt, denn Gott sorgte für ihn!“ Dazu habe Gott die Raben („Aasfresser, die als unreine Tiere galten“) als Werkzeuge genommen: „Gott als der Herr über alles nimmt in die Hand, wen er möchte.“ Diese Gewissheit, so der Bezirksapostel, könnten auch die Glaubensgeschwister haben: „Gott sorgt für uns! Auf ihn dürfen wir uns immer verlassen.“
Gott, der Eine
Einen Schwerpunkt in der Wortverkündigung bildete die Gewissheit, dass Gott, der Eine, der Vater und der Herr ist, zu dem man „Abba, also Väterchen“ sagen darf. „Das klingt niedlich, ist aber alles andere als das“, meinte der Bezirksapostel und verwies auf das Gebet Jesu in Gethsemane vor seinem bitteren Leiden und Kreuzestod. „Abba“ sei „Ausdruck tiefsten Vertrauens in schwierigster Situation“. Er ermunterte, Gott dem Vater, der alles geschaffen hat, der alles in Händen hält, völlig zu vertrauen.
Gott, der Eine, ist gleichermaßen Gott der Sohn, der Auferstandene und der Gekreuzigte. Dies bedeute: „Gott versteht dich in deinem Leid; er kennt dich in dem, was du durchleben musst. Er kann mitfühlen, wenn keiner mehr mitfühlt, keiner dich versteht oder verstehen will. Er geht den Weg mit dir, den niemand mit dir gehen möchte.“
Gott, der Eine, ist ebenso Gott der Heilige Geist: „Er ist der Beistand und Ratgeber.“ Und wenn es manchmal so sei: „Wir verstehen die Vergangenheit nicht, sehen die Gegenwart nicht wirklich und wissen nicht, wo es hingeht“, dann gelte es, sich dem Heiligen Geist anzubefehlen: „Er bringt Licht in die Sache. Dann kann man getrost ein Stück weitergehen.“
Ferner zeigte der Bezirksapostel auf: „Gott, der Eine, Vater, Sohn und Heiliger Geist, ist auch der Treue. Er ist immer derselbe.“ Dabei erinnerte er daran, dass es der Gott ist, der Wunder tut und zum Beispiel die Israeliten trockenen Fußes durchs Meer brachte, als sie nicht mehr weiterwussten. „Er sorgt für die Seinen und hat immer einen Weg für sie. Ihm vertrauen wir uns ganz an.“
Bilder SL
Beitrag SR