Glaubensgeschwister aus den Gemeinden Waiblingen, WN-Bittenfeld, WN-Hohenacker und Schwaikheim feierten mit Apostel Jürgen Loy den Sonntagsgottesdienst am 22. Februar 2026. Der Gottesdienst fand in der großen Kirche in Waiblingen, Schorndorfer Straße 40, statt.
Auf der Basis eines Bibelworts aus dem Alten Testament, das eine schwierige Phase im Leben des Propheten Elia beleuchtet, wurde die gottesdienstliche Begegnung zu einem den Glauben stärkenden, aufbauenden und tröstenden Geschehen. Das Wort steht im Buch der Könige: „Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir“ (1. Könige 19,7).
Zu einem Predigtbeitrag rief der Apostel den Gemeindeevangelisten Fred Gerl aus Waiblingen, der im Gottesdienst altershalber in den Ruhestand trat, sowie den aus Waiblingen stammenden Hirten Holger Brehm, Gemeindevorsteher in Stuttgart-Bad Cannstatt.
Mit Vorträgen eines Chors, den Sängerinnen und Sänger aus den vier Gemeinden bildeten, sowie Orgel- und Klaviermusik wurde der Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Und schon vor Gottesdienstbeginn stimmte der Chor die erwartungsfreudigen Teilnehmer darauf ein.
„Eine teilende Gemeinde“
Vor dem Predigtteil trug der Chor ein Lied vor, in dem die Gemeinschaft im Fokus steht: „Gut, dass wir einander haben“ (Chorbuch Nr. 357). Die Glaubensgeschwister hatten sich zum Gottesdienst versammelt, um in der Gemeinschaft als Gemeinde Gott zu erleben und ihm miteinander zu danken. Der Apostel sprach von einer „teilenden Gemeinde“: Miteinander teile sie Freude und Leid, miteinander empfange sie göttlichen Segen und Zuspruch, werde in Trauer getröstet oder in der Freude bestärkt. „Jeder wird so, wie er ist, angenommen und hat hier seinen Platz.“
Erquickung durch den Herrn
Zum Bibelwort schilderte der Apostel die Situation des Propheten Elia, der voller Mut und Gottvertrauen sich für Gott verkämpft habe („er hat für ihn gebrannt“). Und doch habe Elia um sein Leben fürchten müssen und sei in die Wüste geflohen. „Völlig niedergeschlagen, enttäuscht legte er sich unter einen Ginster und sagte: ‚Es ist genug, so nimmt nun, Herr, meine Seele ‘.“ Auch heute könne man, so der Apostel, niedergeschlagen, mutlos und so am Ende sein, dass man sage: „Nun ist‘s genug. – Ich hab genug!“ Beispielhaft beschrieb er dazu innere Zustände, in denen Gedanken kämen wie: „Ich habe genug vom Unfrieden um mich her, genug von dem, was mir innerlich so wehtut, genug von meinem Leid und Trennungsschmerz.“ Auch sei jemand vielleicht am Boden, weil es in Krankheit eine weitere schlimme Diagnose gebe oder weil immer neue Nöte und Schicksalsschläge aufträten. „Es gibt Situationen, wo man nicht mehr kann, nicht mehr will.“
Der Apostel zog dann eine weitere Parallele zu Elia: Gott sandte diesem einen Engel. Zweimal kam der Engel des Herrn, rührte ihn an, ermunterte ihn aufzustehen und brachte ihm Speise zur Stärkung, denn: „Du hast einen weiten Weg vor dir“ (Vers 7) bzw. anders übersetzt: „Sonst ist der Weg zu weit für dich“. Jesus Christus, der Gottessohn, den Menschen zu ihrer Erlösung von Gott gesandt, schenke immer wieder neu Stärkung, „er berührt dich, er ermutigt dich, damit du den Weg weitergehen kannst“. Die „Mühseligen und Beladenen“ lade er ein: „Kommt her zu mir …, ich will euch erquicken“ (Matthäus 11,28).
Ein Hoffnungsraum
Im Fortgang der Predigt kam „das Wort vom Kreuz“ zur Sprache, das für die Glaubenden eine Gotteskraft sei (1. Korinther 1,18): „Es verweist auf Christi Sieg, seine Auferstehung und die Zukunft beim Herrn“, so der Apostel. Auch ermutigte er die Glaubensgeschwister, dem Herrn zu vertrauen, der „immer einen Hoffnungsraum“ eröffne. „Auch bei Elia war die Geschichte unter dem Ginsterbusch nicht zu Ende“, vielmehr begegnete ihm Gott am Berg Horeb („in der Stille“) und zeigte ihm: „Du bist nicht vergessen, du bist nicht allein.“
Zwei Sakramentsfeiern
Der Gottesdienst war ein Fest mit zwei Sakramentsfeiern. Zuerst wurde das Sakrament der Heiligen Versiegelung gefeiert. Drei Kinder empfinden in diesem Sakrament die Gabe des Heiligen Geistes. Im Anschluss daran war die Gemeinde zur Feier des Heiligen Abendmahls eingeladen.
Nach den Sakramentsfeiern erfolgte noch die Ruhesetzung zweier Amtsträger aus Waiblingen, die viele Jahre Gott und der Gemeinde gedient haben: Mit herzlichen Dankesworten verabschiedete der Apostel die beiden Geistlichen, Gemeindeevangelist Fred Gerl und Diakon Uwe Graf, in den wohlverdienten Ruhestand. Danach vollzog er eine Ordination, indem er dem bisherigen Diakonen Jürgen Immel aus der Gemeinde Waiblingen das Priesteramt anvertraute.
Vielen Gottesdienstteilnehmern war anzumerken, dass sie durch das Gottesdiensterleben gestärkt, neu mit Zuversicht in Gott und Glaubensfreude erfüllt waren.
Beitrag SR
Bilder AK + KE