Der liebe Gott hat Großes getan – mit diesen Gedanken begrüßte Bischof Matthias Grauer am ersten Donnerstag im August die Kooperationsgemeinden Berglen-Steinach, Korb und Winnenden.
Als Grundlage seiner Predigt wählte Bischof Grauer ein Bibelwort aus Psalm 95,6:
"Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat."
Mit spürbarer Freude dankte der Bischof allen Anwesenden für ihr Kommen. Zugleich appellierte er an die Gemeinde, im Gebet für diejenigen einzustehen, die gerade nicht danken und loben können.
Nach einer Lesung der Verse 1 bis 8a aus Psalm 95, erinnerte Bischof Grauer an den Ursprung allen Lebens und daran, dass wir von Gott geschaffen sind. Die Schöpfung folge einem Plan vom Anfang bis zum Ende, und wir seien Teil dieses Plans.
Der Psalmist beschreibe mit dem Tempel zwar eine äußere Form der Anbetung. Zugleich enthalte der Psalm aber auch eine unmittelbare Aufforderung, Gott in Demut anzubeten. Der Mensch könne sich dem widersetzen und innerlich auf Distanz bleiben. Gottes Liebe jedoch sei allumfassend und durchdringe alles.
Der Mensch sei "gottfähig", erklärte der Bischof. Häufig fehle es uns jedoch an Erkenntnis und an gegenseitiger Wertschätzung. Gott wünsche sich, dass wir mit der richtigen inneren Haltung zu ihm kommen und eines Tages die ewige Gemeinschaft mit ihm teilen.
Auf die Frage, wie wir Gott loben und ehren können, nannte Bischof Grauer verschiedene Möglichkeiten: indem wir uns bewusst Gott zuwenden, aber auch, indem wir die Stille suchen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an eine Aussage des Stammapostels: Wenn dieser seinen Gedanken freien Lauf lasse, finde er sie am Thron Gottes wieder.
Bevor der Bischof zu einem weiteren Wortbeitrag aufrief, zitierte er folgenden Ausspruch:
"Loben führt nach oben,
Danken lässt nicht wanken."
Priester Marco Wied veranschaulichte anschließend das Bild des Niederfallens vor Gott. Diese Haltung bedeute keine "Wertminderung" des Menschen, sondern könne vielmehr zu innerer Zufriedenheit führen.
Vor dem Heiligen Abendmahl dankte Bischof Grauer für das gemeinschaftliche Gebet. Er ermutigte alle dazu, die Nähe Gottes zuzulassen, ihm zu vertrauen und ihn weiterhin in die eigenen Entscheidungen einzubeziehen.