Die Gemeinden Korb, Schwaikheim, Steinach, Waiblingen, WN-Bittenfeld, WN-Hohenacker und Winnenden aus dem Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt freuten sich, im noch „jungen“ Jahr 2025 Gottesdienst mit Apostel Jürgen Loy zu feiern. Den Gottesdienst mit dem Leiter des Apostelbereichs Stuttgart erlebte die große Festgemeinde am Sonntag, 19. Januar 2025, in der Kirche in Waiblingen.
Als Grundlage für die Wortverkündigung nahm der Apostel ein Bibelwort aus dem Alten Testament, das auch Stammapostel Jean-Luc Schneider verwendet hatte, Prediger 11,4:
„Wer auf den Wind achtet, der sät nicht, und wer auf die Wolken sieht, der erntet nicht.“
Zu einem Beitrag in der Wortverkündigung rief er Priester Michael Birk, den Leiter des Kirchenbezirks.
Außer dem Sakrament des Heiligen Abendmahls wurde in diesem Sonntagsgottesdienst ein weiteres Sakrament gefeiert: Der Apostel spendete das Sakrament der Heiligen Versiegelung.
Mit Orgel- und Klaviermusik sowie Vorträgen eines gemischten Chores – gebildet aus Chören der teilnehmenden Gemeinden – erfolgte die musikalische Einstimmung auf die Gottesdienstfeier und ihre Mitgestaltung.
Gott ist da
Zu Gottesdienstbeginn kam die Dankbarkeit zum Ausdruck, dass Gott sich der Glaubenden annimmt („er versorgt, ermutigt, tröstet und segnet“). Der Apostel wünschte, Gott möge ihnen in ihrem Leben alle Tage nahe sein und ihnen nun auch im Gottesdienst Berührung mit ihm schenken.
In seinen Ausführungen zum Bibelwort sprach der Apostel die Überschrift über Prediger 11 („ein Weisheitsbuch mit vielen Ratschlägen“) an: „Grenzen des Wissens“. Er wies darauf hin: „Wir Menschen stoßen da und dort an unsere Grenzen. Wir wissen nicht, was morgen sein wird.“ So wisse man manche existenziellen Dinge nicht, „doch wir wissen aus unserem Glauben und Vertrauen: Jesus Christus wird da sein! Er wird auch in einer Situation bei dir sein, wo du heute vielleicht das Gefühl hast, ganz allein zu sein.“
Die Glaubensgeschwister mit ihren unterschiedlichen Befindlichkeiten eint „der eine Glaube, der eine Herr – Jesus Christus – und das eine Ziel“, nämlich die Erwartung der Wiederkunft Christi. „Sie wird geschehen. Dies ist das Große, das im Herzen lebt, unser Leben ausfüllt und reich macht.“ Und der Apostel unterstrich: „Halte es für möglich, dass die Wiederkunft Christi heute Wirklichkeit werden kann.“
Lass dich nicht abhalten, Gutes zu tun
Im Fortgang der Wortverkündigung übertrug der Apostel das im Bibelwort angeführte Säen auf die Lebens- und Glaubenswirklichkeit: Durch Sprechen, Verhalten, Handeln erfolge eine Aussaat, bewusst und auch unbewusst.
Auch erwähnte er beim Begriff des Säens das Jahresmotto der Kirche für 2025:
„Es ist Zeit, Gutes zu tun.“
Er ermunterte, sich zu fragen: „Was kann ich Gutes tun?“ und dann auch nicht zögerlich zu sein. Dabei erinnerte er an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter: „Es gibt Situationen, wo wir Christen nicht wegschauen können, wo wir das tun müssen, was wir glauben. Nächstenliebe kann man nicht delegieren!“
Zwar gebe es manchen „Gegenwind“, denn das Evangelium finde nicht unbedingt breite Zustimmung, doch dürfe man sich nicht vom Mainstream abhalten lassen. Vielmehr solle man an den Worten und Werken erkennbar sein lassen, dass Jesus Christus und das Evangelium in einem lebe. Als weitere Beispiele für „Gegenwind“ nannte der Apostel u.a. seelische Verletzungen, Kränkungen, Unversöhnlichkeit, Eitelkeit.
Bei den in Prediger 11,4 genannten „Wolken“ sprach er unter anderem von Wolken ohne Wasser, die er mit leeren Versprechungen auf allen möglichen Gebieten verglich. Hingegen sei alles, was von Gott komme, „Ja und Amen“.
Zwei Sakramentsfeiern
Die Sakramentsfeier der Heiligen Versiegelung und des Heiligen Abendmahls bildeten den Höhepunkt in dem Gottesdienst („Gottes Liebe und Nähe haben darin Ausdruck“).
Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, durch das der Getaufte die Gabe des Heiligen Geistes empfängt; er wird bleibend mit Heiligem Geist erfüllt. Vollzogen wird das Sakrament ausschließlich von Aposteln, mit dem Gestus der Handauflegung und unter Gebet. In diesem Gottesdienst spendete der Apostel vier Kleinkindern die Heilige Versiegelung. „Gott ist der Gebende, der Wirkende, der Segnende“, unterstrich er in seiner Ansprache an die Eltern.
Die heilige Handlung wurde mit einem Lied eingeleitet, dessen Text auf Psalm 139 fußt: „Von allen Seiten umgibst du mich“.
Ein Kinderchor, den Mädchen und Jungen aus den teilnehmenden Gemeinden bildeten, sowie die erwachsenen Chorsängerinnen und -sänger trugen im Wechselgesang die Liedstrophen vor. Der Apostel griff den Psalmgedanken auf: „Ja, Gott bietet euren Kindern einen wunderbaren Schutzraum an. Er umgibt sie von allen Seiten und hält seine Hand über sie.“ In diesem Zusammenhang erinnerte er zudem an das Wort Jesu über Kinder: „Ihre Engel im Himmel sehen ständig das Angesicht meines Vaters“ (Matthäus 18,10f).
„Der Herr ist mein Licht“
Zur großen Freude der Waiblinger Glaubensgeschwister ordinierte der Apostel den Glaubensbruder Jürgen Immel aus der Gemeinde Waiblingen zum Diakonen. In seiner Ansprache vor der Ordination bezeichnete er das geistliche Amt als Gabe Gottes und Geschenk für die Gemeinde. Dem Diakonen legte er ans Herz, „Gehilfe zur Freude“ im Glauben zu sein (2. Korinther 1,24).
„Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil“, dieses Lied spricht von großem Gottvertrauen (Chorbuch Nr. 162, Text nach Psalm 27,1-4). Die rund 120 Chorsängerinnen und Chorsänger trugen es voller Inbrunst, in Glaubensüberzeugung vor („Gänsehaut-Feeling“) und setzten damit den fulminanten musikalischen Schlusspunkt unter das gemeinsame Gottesdienst-Erleben.
Die Dankbarkeit und Freude darüber zeigte sich an strahlenden Gesichtern auch bei der Verabschiedung.
Beitrag SR
Bilder KE