Am Mittwoch, 21. August 2024, feierte Apostel Jürgen Loy Gottesdienst mit drei Gemeinden des Kirchenbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt. Der Gottesdienst für die Gemeinden Korb, Steinach und Winnenden fand in der Kirche in Winnenden statt.
Priester Michael Birk, der den Kirchenbezirk leitet, und sein Stellvertreter, Priester Jens Reißing, begleiteten den Apostel.
Ein großer gemischter Chor, der sich aus Sängerinnen und Sängern der drei besuchten Gemeinden zusammensetzte, gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit und stimmte schon vor Beginn die große Gemeinde auf das Erleben ein.
Als Grundlage für die Wortverkündigung verwendete der Apostel ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, dem zweiten Brief des Paulus an die Korinther:
„Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid durch unsern Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln der Herzen.“ (2. Kor 3,3).
Um einen Beitrag in der Wortverkündigung bat er Priester Jens Reißing.
Gott – der Gebende, Segnende, Liebende, Barmherzige
Im Glauben vereint, miteinander im Gottesdienst Gemeinschaft zu erleben, bereichert durch schöne Chorklänge („das ist nicht selbstverständlich“), sei ein Geschenk, sagte der Apostel. Durch das Gottesdienst-Erleben verstärke sich der Lobpreis, den die Glaubenden Gott gemeinsam darbrächten.
Gott, „der Gebende, der Segnende, der Liebende und der Barmherzige“, nehme sich aller an, gleich ob sie mit Sorgen, im Leid, voll Freude oder in Dankbarkeit gekommen seien. „Gott überrascht und beschenkt uns immer wieder“, sagte der Apostel, denn Gott habe für jeden das, was er brauche. So wünschte er, auch in diesem Abendgottesdienst möge jeder ganz persönlich seelisch berührt und durch das Wort Gottes gestärkt, ermutigt und getröstet werden.
Jesus Christus, das Haupt der Gemeinde
Zum Bibelwort erläuterte der Apostel zunächst den Kontext und stellte den Glaubensgeschwistern die „bunte Gemeinde“ damals in der Hafen- und Handelsstadt Korinth vor Augen, die sich aus Menschen unterschiedlicher Herkunft, Juden- und Heidenchristen, Freien und Sklaven zusammensetzte. „Unterschiedlich, wie sie waren, haben sie alle dasselbe Wort empfangen“ und durch das Wirken des Heiligen Geistes Glaubensstärkung, Trost und Beistand erfahren. Auch heute wirke der Heilige Geist als „Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“.
In diesem Zusammenhang erwähnte der Apostel das Bild von dem einen Leib mit den verschiedenen Gliedern, das Paulus für die Vielfalt in der Gemeinde gewählt habe: „Alle gehören zusammen“, denn in dem lebendigen Organismus hätten alle miteinander zu tun: „Sie sind miteinander verbunden und stehen einander bei. Und es gibt das Haupt, das ist Jesus Christus“, an dem sich alle Glieder des Leibes ausrichten.
„Brief Christi“ sein
In der Antike seien zur Legitimation Empfehlungsschreiben üblich gewesen, erklärte der Apostel im Weiteren, doch Paulus habe für die Wirksamkeit des Apostelamtes – mit dem Auftrag der Evangeliumsverkündigung und Sakramentsspendung – das „starke Bild“ von der Gemeinde als „lesbaren Brief“ verwendet. Dies bedeute, die Gemeinde sei Beweis für das Apostelwirken in der Kraft des Heiligen Geistes: „Ihr in der Gemeinde beweist, dass der Grund Jesus Christus ist und der Geist Gottes wirkt.“
Das Evangelium von Jesu Opfertod zur Erlösung der Menschen, seiner Auferstehung, Himmelfahrt und Wiederkunft sei in die Herzen geschrieben, so der Apostel. Auch sei es zeitunabhängig und müsse heute nicht anders interpretiert werden. „Das Evangelium hat seine Ausprägung in unserem Leben.“ Dabei ermunterte er die Glaubensgeschwister, das Evangelium in sich selbst zum Klingen zu bringen. Christsein bedeute, „da lebt etwas“, nämlich Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten sowie zu sich selbst, um sich selbst anzunehmen.
Den Herrn erheben
In den einleitenden Worten vor der Feier des Heiligen Abendmahles – Höhepunkt im Gottesdienst – sprach der Apostel von der Einladung Jesu Christi „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid“ (Mt 28,11): „Der Herr lädt uns auch jetzt alle ein. Mit allem, was wir in uns haben, mit unseren Sorgen, Nöten, Mühen, allem aus dem Alltag, so, wie wir sind und was wir sind, dürfen wir das Mahl mit ihm halten.“
Vor der Sakramentsfeier erfolgt die Verkündigung der Sündenvergebung, der das gemeinsame Vaterunser-Gebet vorangeht; dazu erhebt sich die Gemeinde. Mit Verweis auf den Lobgesang der Maria (vgl. Lk 1,46ff) bat der Apostel die Glaubenden, dabei innerlich den Herrn zu erheben und zu lobpreisen.
Auch im abschließenden Liedvortrag nach dem berührenden Gottesdiensterleben wurde der Herr gepriesen: „Jauchzet und singet in dankenden Chören“ (Chorbuch Nr. 267).
Beitrag: SR
Bilder: KE