Zum Abendgottesdienst am Mittwoch, 8. April 2025, in der Gemeinde Stuttgart-Münster kam zur großen Freude der Glaubensgeschwister Apostel Martin Rheinberger, der für die Gebietskirche Süddeutschland ernannte Bezirksapostelhelfer und designierte Bezirksapostel. Eingeladen zu dem Gottesdienst waren auch die Gemeinden Waiblingen-Bittenfeld und Waiblingen-Hohenacker. Kurzfristig verhindert war leider der zuständige Apostel Jürgen Loy.
Für die Wortverkündigung nahm Apostel Rheinberger als Bibelwort Johannes 20, 17.18:
„Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.“
Um einen Beitrag in der Wortverkündigung bat er Priester Michael Birk, den Vorsteher des Kirchenbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt.
Sängerinnen und Sänger der drei Gemeinden gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit. Den Predigtteil leiteten sie mit dem Lied „Bis hierher hat der Herr geholfen“ (Chorbuch Nr. 98) ein, und mit der gesungenen Zusicherung „Der Heiland sorgt für dich“ (Chorbuch Nr. 158) setzten sie einen berührenden Schlusspunkt hinter diesen außergewöhnlichen Abendgottesdienst.
Ostern hat mit uns zu tun
Es war der erste Gottesdienst nach den Osterfeiertagen, die am Palmsonntag, am Karfreitag und am Ostersonntag mit einem Festgottesdienst begangen wurden. In der Wortverkündigung beleuchtete der Apostel rückblickend diese Feiertage und machte deutlich, dass dies nicht allein Tage des Gedenkens und des Dankens seien, sondern dass sie ins Heute hineinwirkten: „Palmsonntag, Karfreitag, Ostern hat mit uns zu tun!“
Vor 2000 Jahren bereiteten die Jünger Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem den Weg und bekannten ihn als den Messias. Auch wir sind gerufen, ihn zu bekennen und ihm den Weg zu bereiten – ins Herz, in die Gemeinde. Dazu gehöre auch, es Bruder und Schwester leicht zu machen, Gott zu erkennen, meinte der Apostel.
Karfreitag zeigte er als besonderen „Tag des Dankens“ für das Opfer Jesu, Ursache des Heils für Lebende und Gestorbene. „Der Ankläger muss schweigen, weil Jesus Christus das Opfer gebracht hat“, so der Apostel.
Ostern, „das Fest der Auferstehung Jesu“, ist zentral für den Glauben, Jesu Auferstehung ist der Sieg über Hölle und Tod. Der gekreuzigte und vom Tod auferstandene Jesus erschien im verwandelten Leib (Auferstehungsleib) der Maria Magdalena und sprach von seiner Auffahrt zum Vater (Vers 17 des Bibelworts): „Er ist auferstanden zum ewigen Leben“, führte der Apostel aus und verwies auf die Auferstehung derer, die bei Christi Wiederkunft Auferstehung feiern dürfen. „Auch diese Auferstehung hat die Auffahrt zum Vater und das ewige Leben zum Ziel – die immerwährende, unmittelbare Gemeinschaft mit Gott.“ In diesem Zusammenhang erwähnte er das, was Paulus in 1. Korinther 15 schreibt (Jesus Christus als der Erstling in der Auferstehung, Verwandlung der Gläubigen).
Dabei kam zur Sprache, dass die Erwartung der Wiederkunft Christi und die Vorbereitung darauf sich schon heute im Gemeindeleben sowie in der persönlichen Lebensgestaltung auswirken müssten. Beispielhaft sprach der Apostel unter anderem davon, sich in der Gemeinde im Geist Christi zu begegnen, ohne Unterschiede zu machen („das Gemeindeleben miteinander gestalten“), versöhnungsbereit auf den anderen zuzugehen („Versöhnung kommt nicht von selbst“) und im Leid und Verhältnissen, die man nicht versteht und für die es keine Antwort gibt, dem Herrn zu vertrauen.
„Ostern führt uns ins Handeln“, fasste der Apostel zusammen.
„Mein Vater und euer Vater“
Ausgehend von der Aussage Jesu „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott“ (Vers 17 des Bibelworts), stärkte und tröstete der Apostel die Glaubensgeschwister: „Der Vater, zu dem Jesus gebetet hat, der ihn begleitet hat, der ihn gestärkt hat in Gethsemane, der ihm beigestanden ist in den schwierigsten Verhältnissen, ist auch unser Vater.“ Und so könnten sie freudig Christi Wiederkunft und die eigene die Auferstehung erwarten: „Der Vater, der Jesus Christus auferweckt hat zum ewigen Leben, ist auch unser Vater.“ In dieser Gewissheit, motivierte der Apostel, „gehen wir immer mehr auf den Herrn zu“.
Auch das Heilige Abendmahl stärke die Freude auf die immerwährende Gemeinschaft mit dem Herrn, sagte der Apostel vor der Feier des Sakraments, denn „durch das Heilige Abendmahl erleben wir engste Gemeinschaft mit Jesus Christus“, da bei der Konsekration zur Substanz von Brot und Wein Leib und Blut Christi hinzutritt. Die Dankbarkeit für die vollkommene Liebe, Gnade und Güte Gottes fand bei der Abendmahlsfeier auch Ausdruck im gemeinsamen Gesang: „Kommt, stimmet alle jubelnd ein: Gott hat uns lieb!“ (Gesangbuch Nr. 68) und „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ (Gesangbuch Nr. 350).
Beitrag SR