Die neuapostolischen Christen aus den Kirchenbezirken Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart/Fellbach erlebten am Sonntagmorgen, dem 22. Dezember 2024, ein vorweihnachtliches Glaubensfest: Stammapostel Jean-Luc Schneider feierte mit ihnen den Gottesdienst zum 4. Advent.
Freudiges vorweihnachtliches Glaubensfest
Der Festgottesdienst mit dem höchsten Geistlichen der Kirche (er versieht den Petrusdienst) fand in der Mittelpunktskirche des Apostelbereichs Stuttgart im Kastanienweg 5 in Fellbach statt. Die Kirche erstrahlte im vorweihnachtlichen Schmuck. Vor dem mit Tannengrün und roten Glaskugeln geschmückten Altar brannten vier Kerzen. Neben dem Altar befand sich ein großer Weihnachtsbaum, bei dem eine Krippenszene aufgebaut war.
Über 40 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten aus den Bezirksorchestern Bad Cannstatt und Fellbach bildeten das Orchester, das den Gottesdienst festlich mitgestaltete. Es spielte schon vor Gottesdienstbeginn und erhöhte so noch die große Vorfreude auf die Gottesdienstfeier mit dem Stammapostel.
Viel Freude vor Beginn bereitete auch ein Kinderchor. Die Mädchen und Jungen schauten mit ihrem schwungvollen Liedvortrag „in das Licht“ und wussten: „Ja, dann ist Advent!“
Geübte, teils langjährige Sängerinnen und Sänger fanden sich zu einer Seniorenchorgruppe zusammen, die voll Glaubensfreude die eintreffenden Apostel musikalisch begrüßte.
Neben Bezirksapostel Michael Ehrich als dem Gastgeber nahmen die sechs süddeutschen Apostel sowie die Apostel René Vollmann (Gebietskirche Westdeutschland) und Dimitrios Diniz (Portugal) teil. Die süddeutschen Bischöfe, die Vorsteher der Kirchenbezirke und ihre Stellvertreter sowie die Gemeindevorsteher aus dem Apostelbereich Stuttgart waren ebenfalls eingeladen.
Bei Jesus Christus bleiben
Die Glaubensgeschwister hatten sich zum Gottesdienst eingefunden, um gemeinsam Gott zu loben und anzubeten und ihm, dem Gott der Liebe, zu danken (Stammapostel: „Wir glauben, dass Gottes Liebe immer größer ist als alles, was wir denken können“). Ebenso war es ihr Anliegen, im Gottesdienst Kraft, Trost, Frieden zu empfangen. Für viele sei es, meinte der Stammapostel, ein Bedürfnis, für die Menschen zu beten, die in Not und Leid seien: „Das wollen wir gerne gemeinsam auch an diesem Tag tun.“ Denn wer ein offenes Herz und Ohr habe, könne an all den fürchterlichen Geschehnissen weltweit nicht einfach vorbeigehen („es ist bedrückend“).
In diesem Zusammenhang bat er, immer darauf zu achten, dass auch ganz schlimme Ereignisse und Katastrophen „keinen Einfluss auf unsere Beziehung zu Jesus Christus haben“. Die große Gefahr bestehe, dass der Glaube und das Vertrauen zum dreieinigen Gott schwächer würden und dass man vielleicht auch nicht mehr in der Gesinnung Jesu Christi sei, sondern Böses mit Bösem vergelten wolle. „Einfach gesagt, dass wir uns von Jesus Christus entfernen“.
Er appellierte, weiterhin an Jesus Christus und seine Liebe zu glauben, weiterhin Jesus Christus zu vertrauen und sich weiterhin zu bemühen, so gesinnt zu sein wie Jesus Christus.
Im geistlichen Advent
Etwa 200 Sängerinnen und Sänger aus Chören beider Kirchenbezirke bildeten den gemischten Chor, der – wie auch ein Jugendchor – den Gottesdienst musikalisch mitgestaltete. Mit Adventsliedern stimmten auch sie lange vor Beginn die Festgemeinde auf das Erleben ein. „Die Lenden lasst umgürtet sein, die Lichter setzt in Brand und seid mit heil‘gem Liebesschein dem Lamme zugewandt!“ (Chorbuch Nr. 4). Dieses Lied thematisiert die Wiederkunft Jesu Christi und beleuchtete so den geistlichen Advent als die Zeit der Erwartung und der Vorbereitung auf das verheißene Wiederkommen Christi.
Der geistliche Advent wurde auch im Lied besungen, das die vielen Hundert Glaubensgeschwister in der vollbesetzten Kirche gemeinsam zu Gottesdienstbeginn anstimmten: „Bereitet doch den Weg, er kommt, der uns verheißen“ (Gesangbuch Nr. 5).
Dies passte zu dem Bibelwort aus dem Buch der Offenbarung, das der Stammapostel als Grundlage für die Wortverkündigung nahm:
„Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, euch dies zu bezeugen für die Gemeinden. Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der helle Morgenstern“ (Offenbarung 22,16).
Gottes Verheißungen erfüllen sich
In der Wortverkündigung führte der Stammapostel aus, mit der Menschwerdung Gottes des Sohnes habe sich erfüllt, was über den verheißenen Retter, den Messias, gesagt worden sei. In Jesus Christus sei der verheißene Erlöser erschienen – wenn auch nicht den damaligen Erwartungen der Menschen entsprechend, denn Jesus habe deutlich gemacht: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“
Der Stammapostel betonte, dass sich alle göttlichen Verheißungen erfüllen. Dies gelte auch für das Wiederkommen Jesu Christi (eine der Grundgewissheiten des Evangeliums und wesentliches Glaubensziel). „Wir halten daran fest – Gott wird tun, was verheißen ist.“ Er bekräftigte, der wiederkommende Jesus Christus werde in die Geschichte eingreifen und die zu sich holen, die sich darauf vorbereitet hätten. Zwar gebe es keine Erklärung, wie sich dies konkret vollziehe, aber gewiss sei, dass es geschehe. Dabei sprach er auch das darauffolgende eschatologische Ereignis an: die Errichtung des Friedensreichs, in dem alle Menschen aller Zeiten das Evangelium erfahren.
Zur weiteren Wortverkündigung wurden Apostel Diniz und Apostel Vollmann gerufen. Eine Übersetzung gab es vor Ort in die deutsche Gebärdensprache.
Zum Ausklang trugen Chöre und Orchester gemeinsam das Weihnachtsfestlied von John Rutter „Angels‘ Carol“ in englischer Sprache vor. Mit dem Hymnus „Gloria in excelsis deo“ („Ehre sei Gott in der Höhe“) als Refrain bildete es den fulminanten musikalischen Abschluss dieses Adventsgottesdienstes und begleitete die Festgemeinde in die Weihnachtstage.
Beitrag SR
Bilder KE, NE
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