An einem Sonntagvormittag in der Ferienzeit, am hochsommerlichen 10. August 2025, feierte Apostel Jürgen Loy Gottesdienst in der Kirche in Korb. Neben der dortigen Gemeinde waren die Gemeinden Waiblingen, Winnenden und Steinach eingeladen.
Priester Michael Birk, der den Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt leitet, und sein Stellvertreter, Priester Jens Reißing, begleiteten den Apostel. Dieser rief im Verlauf des Gottesdienstes Priester Birk zur weiteren Wortverkündigung.
Das der Wortverkündigung zugrunde liegende Bibelwort findet sich im Buch des Propheten Habakuk, Kapitel 2, Vers 20:
„Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei stille vor ihm alle Welt!“
Gott ist da
Miteinander kamen die Glaubensgeschwister zusammen, um Gott zu loben, ihm zu danken und „zu erleben, dass Gott da ist und sich der Gemeinde annimmt“, so der Apostel zu Beginn. Gott wisse, was jeder Einzelne brauche, er kenne die Sorgen und Nöte, er habe einen Weg, wenn man selbst ratlos sei, und er schenke Geborgenheit und Ruhe. „In unserer Hilflosigkeit und auch Sprachlosigkeit steht uns Gott zur Seite.“ Der Apostel wünschte, jeder möge ganz persönlich aus der gottesdienstlichen Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott seelische Stärkung erfahren und erleben, dass ihm Gott nahe sei.
„Freude gehört dazu, Lebensfreude und Freude aus dem Glauben!“, betonte er auch im Hinblick auf die schöne Ferienzeit. Die Freude sei eine Ressource, die man erleben könne. Er ermunterte, die Ferienzeit auch zu nutzen, um zu sich selbst und zur Ruhe zu kommen. Gerade in einer Welt voller Lärm und Action sei es wichtig, in sich selbst stille zu werden und stille zu sein vor Gott.
Damit schlug er den Bogen zum Bibelwort. Die Israeliten damals seien bedrängt gewesen, Götzen seien eingeführt, Macht sei ausgeübt worden, „das Unrecht war stark“. In diese Situation der Bedrängnis und Hilflosigkeit hinein habe der Prophet bekräftigt: „‘Aber der Herr ist da! Er ist in seinem heiligen Tempel‘, er sitzt im Regiment.“
Stille sein vor Gott
Um Gott zu erleben, gelte es, so der Apostel, stille vor ihm zu werden und bewusst in sich hineinzuhören. Stille vor Gott werde man nicht aus Angst, sondern aus Demut und Gottesfurcht vor dem Schöpfer, dem Allmächtigen und Allewigen, der die Liebe sei.
In diesem Zusammenhang erinnerte er an Jesu Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner, die in den Tempel gingen, um stille zu sein und zu Gott zu beten. Der Zöllner habe um Gnade gebetet. Der Pharisäer hingegen habe durch seine überhebliche Beschreibung von sich im Grunde zu sich selbst gebetet.
Ferner erwähnte er Elia, an dem Gott nach der Schilderung in 1.Könige 19,12 vorüberging: Weder im Sturm und Erdbeben, noch im Feuer war der Herr, sondern in einem stillen, sanften Sausen. „Wenn ich ruhig und still werde, kann ich Gott hören“. Dabei bedeute stille zu werden eigentlich: „Ich vertraue dir, Gott, ich glaube an dich und dass du alles in Händen hältst.“
Im weiteren Fortgang der Wortverkündigung sagte der Apostel, dass Stillesein vor Gott letztlich auch fürs irdische Leben gelte, wie auch im Gleichnis vom reichen Kornbauern deutlich werde: „Wir können alles tun, sammeln und Besitz haben, aber es soll keine Schieflage entstehen, Sammeln nicht zur Habgier geraten.“ Denn dann gehe die Ruhe vor sich selbst und vor Gott verloren. Er ermunterte, vor Gott zu treten, ihm die eigene Schwachheit zu bekennen und zu bitten: „Zeige mir, dass es noch andere Tiefe gibt im Leben.“
In den einleitenden Worten vor der Feier des Heiligen Abendmahles – Höhepunkt im Gottesdienst –, der die Verkündigung der Sündenvergebung vorausgeht, führte der Apostel das Bild an: „Er, Jesus Christus, hat den Schuldbrief getilgt und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet“ (vgl. Eph 2,15). Jegliche Anklage komme zum Verstummen; die Heilswirksamkeit aus dem Opfer Christi sei auch heute zu erleben.
Ordination und Ernennungen
Nach der Sakramentsfeier vollzog der Apostel eine Ordination, indem er Nikolaj Immel aus der Gemeinde Waiblingen in das Diakonenamt setzte. In seiner Ansprache wünschte er, der Diakon möge im geistlichen Amt („eine Gabe für die Gemeinde“) Gehilfe zu Glaubensfreude sein (vgl. 2 Kor 1,24). Auch ernannte er zwei stellvertretende Gemeindevorsteher, für die Gemeinde Korb Priester Marco Wied und für die Gemeinde Waiblingen Priester Jan Greiner.
Mit Instrumentalmusik – Orgel und Orchester – und Chorvorträgen wurde der Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Orchester und Chor stimmten schon vor Gottesdienstbeginn die Gemeinde ein. Den musikalischen Schlusspunkt setzten die Sängerinnen und Sänger durch den Liedvortrag „Singt ein Lied von Gott“ (Chorbuch 344), dessen Refrain „Gott ist da! Er ist unbegreiflich nah!“ einen wesentlichen Aspekt des Gottesdienstes aufgriff und abschließend unterstrich.
Nach dem wohltuenden, stärkenden Sonntagsgottesdienst strahlten viele Glaubensgeschwister mit der Sonne um die Wette.
Beitrag SR
Bilder KE