Zur großen Freude der Glaubensgeschwister im Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt feierte Bezirksapostel Michael Ehrich mit ihnen den letzten Gottesdienst im Jahr 2025.
Der Gottesdienst fand am letzten Sonntag des Jahres, dem 28. Dezember, in der Kirche in Korb statt; in die weiteren Kirchen des Bezirks gab es eine Livestream-Übertragung.
Begleitet wurde der Leiter der Gebietskirche Süddeutschland von Apostel Jürgen Loy, dem der Apostelbereich Stuttgart und somit auch der Kirchenbezirk Bad Cannstatt anvertraut ist, sowie von Bischof Matthias Grauer, der an der Seite des Apostels Loy dient.
Grundlage für die Wortverkündigung war ein Bibelwort aus dem Alten Testament, Psalm 103,2:
„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“.
Im Weiteren ging der Bezirksapostel, als er den Kontext des Bibelworts beleuchtete, auch auf die folgenden Verse 3 und 4 ein: „… der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit“.
Auf der Basis dieser vier Punkte im Psalmwort war Tenor der Wortverkündigung: Gott tut dir Gutes, indem er deine Sünden vergibt und dich von dem Schaden heilt, den die Sünde angerichtet hat („Heilung – für ein Bild dessen, was im Inneren geschieht: ein ursprünglich guter Zustand wird wiederhergestellt“), indem er dich erlöst und dich mit Gnade krönt. Erlösung veranschaulichte der Bezirksapostel hier durch Freiwerden von ausschließlich irdischer Ausrichtung („dass einen etwas ganz vereinnahmt, sodass Gott nicht mehr an erster Stelle steht“). Zur Krönung mit Gnade verwies er auf das Glaubensziel, bei der Wiederkunft Christi in die ewige Gemeinschaft mit Gott geführt zu werden: „Die Vorbereitung darauf ist eine Lebensaufgabe.“
Zur weiteren Wortverkündigung rief der Bezirksapostel den Bezirksevangelisten Bernd Schulz, der wenige Wochen zuvor mit der Leitung des benachbarten Bezirks Stuttgart/Fellbach beauftragt worden war, sowie den Bischof und den Apostel.
Heiliges heilig halten
Der einleitende Liedvortrag des Chors „Heilig, heilig, heilig ist der Herr!“ (Chorbuch Nr. 144, Musik Franz Schubert) preist im Text von Johann Neumann den über alles erhabenen, allmächtigen und allewigen Gott. Der Bezirksapostel griff den „wichtigen Gedanken“ von Gottes Heiligkeit auf und erinnerte daran, dass auch Kirche und Altar zur heiligen Stätte geweiht und in den Dienst der Erlösung gestellt seien. Gottesdienst und die Feier eines Sakraments – wie als Höhepunkt des Gottesdienstes das Heilige Abendmahl – sei „heiliges Geschehen“. Er halte es für gut, sich dafür das Verständnis zu bewahren und „das Profane vom Heiligen stets zu unterscheiden“.
Gutes empfangen und selbst Gutes tun
Im Blick auf das zurückliegende Jahr ermunterte der Bezirksapostel die Glaubensgeschwister, innezuhalten und sich all des Guten im Geistlichen, aber auch im Irdischen zu erinnern und Gott dafür zu danken. „Der Grundton unserer Seele möge Dankbarkeit sein“, wünschte er.
Wenn man Gutes wie zum Beispiel den Frieden Jesu Christi empfange, sei dies „Gabe und Aufgabe zugleich“. Es gelte, sich selbstkritisch hinsichtlich der Auswirkungen zu prüfen, also im Beispiel: „Geht Frieden von mir aus, bin ich ein Friedensstifter?“ Oder wenn Gott in seiner Güte Vergebung schenke, müsse sich dies konkret im Verhalten auswirken: geheilt von Unfrieden, Unversöhnlichkeit, gar Hass.
Beispielhaft für empfangenes Gutes im Irdischen erwähnte der Bezirksapostel unter anderem, dass hier in der Region Frieden herrscht, ein relativ selbstbestimmtes Leben möglich ist und „wir sauberes Wasser haben – 800 Millionen Menschen haben das nicht“. Er appellierte, nichts für selbstverständlich zu nehmen, sondern als Anlass, „ein mitfühlendes Herz und eine offene Hand“ für den Nächsten zu haben. „Gutes tun ist quasi christliche DNA.“
In Trauer, Not, Belastungen oder lebensverändernden Ereignissen gelte es, bewusst Gottes Güte wahrzunehmen und sich zu vergegenwärtigen: „Nichts kann uns von seiner Liebe trennen“ (Römer 8,38f.). Auch legte er den Glaubensgeschwistern in schwieriger Lebenssituation neu die Zusicherung des Herrn ins Herz: „Ich bin bei euch alle Tage“ (Matthäus 28,20). Im Vertrauen darauf könne immer wieder seine Hilfe und Nähe erfahren werden.
So möchten sich alle im Lobpreis Gottes wiederfinden, „einer höheren Stufe der Dankbarkeit“.
Dank mit Herz und Mund
Die musikalische Mitgestaltung des Gottesdienstes erfolgte durch Orgel und Klavier sowie insbesondere durch Chor und Orchester, die beide schon vor Gottesdienstbeginn mit ihren Vorträgen die erwartungsfrohe, freudige Atmosphäre in der Kober Kirche verstärkten und auch die durch Übertragung teilnehmenden Glaubensgeschwister auf den Gottesdienst einstimmten.
Den schönen musikalischen Schlusspunkt setzte eine Kinderchorgruppe zusammen mit den erwachsenen Sängerinnen und Sängern und begleitet vom Orchester. „Nun danket alle Gott“ (Gesangbuch Nr. 256) – mit diesem von Jung und Alt gesungenen Dank vereinigte sich der Dank aus dem Herzen Vieler für all das Gute, das der Allmächtige im zurückliegenden Jahr geschenkt hat.
Beitrag SR
Bilder KE